Safina – Die Arche für Straßenkinder in Dodoma. 

Ungewöhnlich still war es im Auto, als wir die Stadt Dodoma nach zwei Tagen wieder verließen. Jeder von uns war in Gedanken noch bei Andrea Hellermann, die seit 8 Jahren ihr Projekt für Straßenkinder in Dodoma betreibt und uns einen kurzen, aber tiefen Einblick in ihre Arbeit ermöglichte.

Safina (die Arche) ist mittlerweile vielfältig in ihren Aktivitäten, die sich um die Betreuung von obdachlosen und alleinstehenden Minderjährigen drehen. So fängt jeder Morgen bei Safina mit einem warmen Tee für all diejenigen Kinder an, die nachts auf der Straße geschlafen haben und morgens um 6:00 Uhr verkatert eintrudeln. Andrea und ihre Helfer nutzen diese Momente, um mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, ihre Probleme zu verstehen und behutsam eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Mit der Zeit ergibt sich aus den Gespräche ein klares Bild über ihre Familienstrukturen und Probleme, mit denen die Schützlinge zu kämpfen haben. Die weitere Hilfe, wenn sie von den Kindern und Jugendlichen angenommen wird, sieht vielfältig aus und ist immer improvisiert. So werden Familienverhältnisse stabilisiert, Verwandte in die Pflicht genommen oder Wohngemeinschaften mit ehemaligen Straßenkindern initiiert. Eine weitere Möglichkeit ist die Herberge im eigenen Waisenhaus, am Stadtrand von Dodoma, abseits der bisherigen Umgebung der Kinder. Hier leben in zwei Gebäuden rund 50 Kinder und Jugendliche mit Andrea und Freunden, die sie unterstützen.

Neben dem morgendlichen Tee gibt es noch zwei weitere Ansätze, wie Safina den Kontakt zu Straßenkindern aufnimmt. Da ist zum einen die wöchentliche Essensausgabe auf der Straße. Hierzu werden 20-30 kleine Verpflegungspakete zusammengestellt und jeden Freitagabend in den Straßen von Dodoma verteilt. Genauso bekannt und willkommen wie sie auf der Straße ist, wird Andrea auch auf der Müllhalde von Dodoma empfangen, wo Obdachlose den ganzen Tag über Müll sortieren und in kleinen Verschlägen übernachten, ja sogar dort ihre Kinder großziehen. So herzlich der Kontakt mit diesen Menschen auch war, waren es für uns und unsere Kinder sehr berührende Momente, die bis heute nachwirken. Hier zu helfen, ist eine Herkulesaufgabe die an den Kräften zehrt, die bei der Größe der Herausforderung immer wieder einen Kampf zwischen Resignation und Hoffnung darstellt.

Vielen Dank für Deine überwältigende Arbeit, Andrea. Für Deine Nächstenliebe.

Schulbank ist in 2015 den Schulterschluss mit Safina eingegangen und unterstützt bisher den kleinen Jospeter mit einem Kindergartenplatz. Wir von Schulbank wünschen uns, schon bald in einem viel größeren Umfang Andrea und ihre Straßenkinder unterstützen zu können.