Paten in Tansania | Wenn Lehrer Lehrern helfen…

Fritz Mehlich ist nicht nur pensionierter Lehrer und Tansanialiebhaber, sondern auch Pate der kleinen Rose im Stipendienprogramm von Schulbank. Fritz kennt die Bildungsprobleme in Tansania und hat sich längere Zeit mit der Frage beschäftigt, wie er neben seiner Patenschaft für Rose, mit seinen Erfahrungen Schulkinder in ihren Schulen unterstützen kann. Schnell wurde ihm klar, wie lange man darüber sinieren kann. Hinfahren, selber erleben und anpacken! Hier nun sein Bericht über seine sechswöchige Reise nach Iringa:

Ein Besuch in Iringa, gut, man hatte mal mit dem Gedanken gespielt, doch dann ging alles viel schneller als gedacht. Das erste Patentreffen brachte den Stein ins Rollen. Auf meine Nachfrage, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Förderunterricht und / oder eine Hausaufgabenbetreuung für unsere Kinder einzurichten, hielt Alexander dies für eine gute Idee und so vereinbarten wir nach einem Folgetreffen, dass ich mich der geplanten Reise der Familie Koesters anschließe, die am 7.Februar 2016 starten sollte. Die gemeinsame  Reise sollte insbesondere das Knüpfen von Kontakten zu den einzelnen Schulen erleichtern.So ging es am 7.Februar los, mit Sack und Pack, für sechs Wochen Erfahrungen sammeln, lernen. Der Flug verlief recht ereignislos, abgesehen von einem Passagier, der versehentlich schon in Nairobi ausstieg, so dass wir eine Stunde warten durften. Nach den Visa- und Zollformalitäten machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zur Lodge am Indischen Ozean und zwischen 1.30 und 2.00 Uhr konnte ich mich zur Ruhe legen. Wir verbrachten hier einige Tage, um dann mit dem Landrover nach Iringa aufzubrechen. Dort kamen wir auch nach einem Zwischenaufenhalt bei Amanda, einer Bekannten von Alexander und Helena, an. Ich bezog mein Quartier im Neema Crafts, einem Gästehaus der Diözöse von Ruaha, das behinderten Menschen Arbeit gibt.Noch am Ankunftstag besuchten wir die Ummusalama Primary- and Secondary School, in der einige unserer Kinder die Primary School besuchen. Der Schulleiter, Mr.Mohamed Said, empfing uns äußerst freundlich und damit war bis auf einige Tage mein Arbeitsplatz für die nächsten vier Wochen gesichert. Er bestand hauptsächlich in der Unterstützung der Gruppenarbeit in der Primary- und Secondary School. Die Lern- und Lehrbedingungen sind mit den hiesigen nicht vergleichbar, zuviele Schüler inden Klassen, keine Lehr- und Lernmaterialien, außer Kreide, dafür aber zum Teil mit guten Ergebnissen. Einmal in der Woche gab es Deutschunterricht.Da Destory am Wochenende in DAR weilte, machte ich mich am ersten Samstag alleine auf den Weg zur Star International School, wo auch mein Patenkind sein sollte. Mit dem Pik Pik war ich nach einigen Umwegen auch erfolgreich, leider gestaltete sich die Patenkindfindung schwierig, da sowohl das Bild als auch der Nachname nicht zuzuordnen waren, zu einem späteren Zeitpunkt konnte dies aber mit Destory geklärt werden. So lernte ich bei einem Rundgang mit einer der Lehrerinnen die Klassenräume und Aufenthaltsräume kennen. Alle, Lehrerinnen wie auch Schüler und Schülerinnen, waren von einer großen Freundlichkeit und Herzlichkeit. Alle Schulen haben Ganztagsunterricht, sodass sich eine Betreuung auch wegen räumlicher Engpässe vorerst als schwierig umzusetzen erscheint, die Idee aber von allen Gesprächspartnern als hilfreich und gut bezeichnet wurde.So waren die Tage,  an denen Destory in Iringa war, gefüllt mit einem Besuch der St. Dominic Savio School, einer großen Schule mit leider viel zu großen Klassen, der Ukombozi Primary School. In beiden führten wir Gespräche mit der Schulleitung und Lehrern, in den Klassen durfte ich mich vorstellen und Fragen der Schüler und Schülerinnen beantworten und immer wieder feststellen, wie ungleich doch die Chancen und Lernbedingungen dieser Kinder verglichen mit den unsrigen sind.In der übrigen Zeit erkundete ich die Stadt, besuchte allein den Markt, mit Destory das Krankenhaus und einen weiteren Markt und an den Wochenenden Isimila Stone Age, eine Ausgrabungsstätte, sowie Felsmalereien. Iringa ist keine Touristenstadt wie Moshi oder Arusha, aber ein Ausgangspunkt für Fahrten in den Ruaha Nationalpark, eine mittelgroße afrikanische Stadt mit den typischen Läden und Handwerkern an den Straßen, auf einem Plateau gelegen mit Neubaugebieten, ansehnlichen Häusern und den Hütten an den Rändern und Hängen ohne befestigte Straßen und Infrastruktur.Es war ein ereignisreicher und  nachhaltig prägender Aufenthalt, der zeigte, dass Hilfe auch vor Ort sinnvoll ist, auch wenn unendlich viele NGO’s sich in Tanzania tummeln.

Liebe Grüße, Fritz Mehlich